Beim Einbrennen entscheidet das Öl darüber, ob aus deiner neuen Eisenpfanne in 20 Minuten eine Pfanne mit glatter, dunkler Patina wird oder eine mit klebrigen Flecken. Die gute Nachricht: Du brauchst kein Spezialprodukt. Ein neutrales Pflanzenöl, das hohe Hitze verträgt, reicht vollständig. Das gilt für jede Pfanne aus Eisen, ob schmiedeeisern oder handgeschmiedet, und genauso für Stahlpfannen anderer Hersteller. Welche Öle das sind, welche du besser im Schrank lässt und wie viel davon in die Pfanne gehört, erklären wir dir hier aus der Praxis unserer Schmiede.
Die kurze Antwort
Zum Einbrennen eignet sich jedes Speiseöl, das du auch zum scharfen Anbraten nehmen würdest: raffiniertes Rapsöl, raffiniertes Sonnenblumenöl, Traubenkernöl oder ein High-Oleic-Sonnenblumenöl wie unser turk Bio-Bratöl. Entscheidend sind zwei Eigenschaften. Das Öl muss Temperaturen über 200 °C aushalten, ohne zu verbrennen, und es sollte neutral schmecken. Natives Olivenöl, Butter und kaltgepresste Öle mit kräftigem Eigengeschmack bleiben im Schrank, solange du einbrennst.
Warum das Öl beim Einbrennen so wichtig ist
Einbrennen heißt nichts anderes, als eine dünne Ölschicht so stark zu erhitzen, dass sie sich verändert. Die Fettmoleküle vernetzen sich dabei zu einer festen, lackartigen Schicht, die sich mit dem Eisen verbindet. Das ist die Patina. Sie schützt das Eisen vor Rost und sorgt dafür, dass Spiegelei und Bratkartoffeln nicht kleben. Was genau in dieser Schicht steckt, liest du in unserem Beitrag Ist die Patina einer Eisenpfanne giftig?
Damit das klappt, muss das Öl über seinen Rauchpunkt kommen. Ab dieser Temperatur beginnt es zu rauchen und sich zu verändern, und genau dieser leichte Rauch gehört beim Einbrennen dazu. Liegt der Rauchpunkt zu niedrig, verbrennt das Öl, bevor sich eine saubere Schicht bilden kann. Es wird bitter, klebrig und fleckig. Liegt er hoch genug, baut sich die Patina gleichmäßig auf.
Die zweite Frage ist, woraus das Öl besteht. Öle mit vielen mehrfach ungesättigten Fettsäuren, allen voran Leinöl, vernetzen sich besonders stark. Die Schicht wird hart, aber auch spröde, und sie blättert gern ab, wenn sie zu dick aufgetragen wurde. Öle mit viel Ölsäure, also einfach ungesättigten Fettsäuren, bauen die Schicht etwas langsamer auf, dafür bleibt sie elastisch und haftet zuverlässig. Für den Alltag ist das die bessere Wahl.
Diese Öle eignen sich zum Einbrennen
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Raffiniertes Rapsöl. Günstig, neutral im Geschmack und in jedem Supermarkt zu haben. Es verträgt rund 200 °C und mehr und ist ein verlässlicher Standard.
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Raffiniertes Sonnenblumenöl. Ebenso neutral und hitzestabil. Achte auf „raffiniert“ oder „zum Braten geeignet“ auf dem Etikett, denn kaltgepresstes Sonnenblumenöl raucht deutlich früher.
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High-Oleic-Sonnenblumenöl. Eine Sonnenblumensorte mit besonders hohem Ölsäureanteil. Dadurch bleibt das Öl bis über 220 °C stabil und baut eine gleichmäßige, gut haftende Patina auf. Genau deshalb haben wir es für unser turk Bio-Bratöl ausgewählt: Bio-Qualität, in Deutschland hergestellt, eine Zutat, sonst nichts.
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Traubenkernöl. Hoch erhitzbar und neutral, bildet eine glatte Patina. Es kostet mehr als Raps- und Sonnenblumenöl, funktioniert aber genauso gut.
- Raffiniertes Erdnussöl. Hält hohe Hitze aus und eignet sich ebenfalls. Kaltgepresstes Erdnussöl bringt dagegen einen Eigengeschmack mit.
Diese Öle lässt du besser weg
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Natives Olivenöl extra. Es beginnt je nach Sorte schon bei etwa 160 bis 190 °C zu rauchen, verbrennt beim Einbrennen und hinterlässt eine klebrige, ungleichmäßige Schicht mit bitterem Geruch. Zum Anbraten bei mittlerer Hitze bleibt es ein gutes Öl, zum Einbrennen nicht.
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Butter. Die enthaltenen Milchbestandteile verbrennen ab etwa 150 °C. Das Ergebnis sind schwarze Flecken statt einer Patina.
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Kaltgepresste Öle mit Eigengeschmack. Kürbiskern-, Walnuss- oder Sesamöl vertragen die Hitze nicht und geben ihren Geschmack an die Patina weiter.
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Kokosfett. Hält die Hitze zwar aus, besteht aber überwiegend aus gesättigten Fettsäuren und vernetzt sich schlecht. Die Schicht bleibt weich.
- Leinöl, mit Vorbehalt. In Foren gilt Leinöl als Geheimtipp, weil es eine sehr harte Schicht bildet. In der Praxis blättert diese Schicht leicht ab, sobald sie zu dick ist, und das Öl riecht beim Einbrennen streng. Wenn du es ausprobieren willst, dann nur hauchdünn und nur als reines Speise-Leinöl, nie als Leinölfirnis aus dem Baumarkt. Einsteigern raten wir zu einem neutralen Bratöl.
Wie viel Öl in die Pfanne gehört
Hier unterscheiden sich die Methoden, und hier passieren die meisten Fehler. Beim Einbrennen auf dem Herd, so wie wir es in unserer Anleitung Eisenpfanne einbrennen in 20 Minuten zeigen, gibst du so viel Öl in die Pfanne, dass der Boden bedeckt ist und die Kartoffelscheiben darin braten können. Ein paar Esslöffel reichen. Die Kartoffeln und das Salz nehmen überschüssiges Öl auf, und am Ende reibst du die Pfanne mit Salz und Küchenpapier aus, bis nur ein matter Film bleibt.
Wer im Backofen einbrennt, arbeitet anders. Die Pfanne wird innen und außen hauchdünn eingerieben, dann mit Küchenpapier so gründlich ausgewischt, dass kaum noch Öl zu sehen ist, und anschließend für etwa eine Stunde bei 220 bis 250 °C kopfüber in den Ofen gestellt. Bleibt zu viel Öl zurück, wird die Schicht klebrig statt hart. Das ist der häufigste Grund, warum Pfannen nach dem Einbrennen kleben.
Für beide Wege gilt: lieber zwei dünne Durchgänge als ein dicker. Und für beide Wege reicht dasselbe Öl.
Dasselbe Öl für Grillplatte, Gusseisen und die Pflege
Die Regel ändert sich nicht, wenn das Werkzeug ein anderes ist. Eine Grillplatte aus Eisen brennst du mit demselben hoch erhitzbaren, neutralen Öl ein wie eine Pfanne, nur auf dem Grill statt auf dem Herd. Für Gusseisen gilt dieselbe Auswahl, die rauere Oberfläche verträgt gern einen zweiten Durchgang.
Nach dem Einbrennen bleibt die Flasche im Einsatz. Nach jedem Reinigen genügen ein paar Tropfen auf einem Küchentuch, einmal über die Innenfläche gewischt, und das Eisen ist bis zum nächsten Braten geschützt. Ein Öl für drei Aufgaben: einbrennen, braten, pflegen. Deshalb braucht es in der Küche auch nur eine Flasche.
Das Öl, das wir zum Einbrennen empfehlen
Für unser turk Bio-Bratöl haben wir ein High-Oleic-Sonnenblumenöl ausgewählt, weil es alle drei Aufgaben erledigt. Es kommt aus kontrolliert biologischem Anbau, wird in Deutschland hergestellt, bleibt bei hoher Hitze stabil und schmeckt nach nichts außer deinen Zutaten. 250 ml reichen für mehrere Einbrenn-Durchgänge und viele Monate Pflege, weil du jedes Mal nur wenig brauchst. Zum turk Bio-Bratöl